Wie lebt es sich im neuen WG-Haus

Am besten, wir zeigen das WG-Haus-Leben an einigen konkreten Beispielen.

Betreten meines WG-Hauses:

Ein wichtiger Punkt, um sich in den eigenen vier Wänden von Anfang an wohlzufühlen, liegt in der Gestaltung des Eingangsbereichs. Beim Betreten meines WG-Hauses ist eine gemeinschaftliche Garderobe mit individuellem persönlichen Bereich für jeden Bewohner eingeplant. Ich muss also nicht (wie bei großen Wohnhäusern) zuerst durch ein kahles und kaltes Treppenhaus, bevor ich zu meiner Wohnung komme, sondern im WG-Haus bin ich von Anfang an „zuhause“ und werde meine Straßenkleidung los.

Verlasse ich die Garderobe, kann ich mich entscheiden, ob ich direkt in meine eigene Wohneinheit möchte oder ob ich zuerst einen Blick in den gemeinsamen Wohnbereich im Erdgeschoss mache. Vielleicht treffe ich dort gerade einen Teil der anderen Bewohner.

Meine eigene Wohneinheit: 

Wenn man unser konkretes Kosten-Fallbeispiel von vorhin heranzieht, besteht meine Wohneinheit aus zwei Zimmern, einer Kochnische und einem barrierefreien Sanitärbereich inklusive Dusche und WC. Ein Balkon rundet meinen eigenen privaten Rückzugsort ab. Eines der Zimmer wird naturgemäß als Schlafbereich genutzt (inkl. Schrankbereich), die Nutzung des zweiten Zimmers richtet sich nach deren Bewohner. 

Meine eigene kleine Wohneinheit erfüllt mehrere Zwecke und dient nicht nur meinem persönlichen Bedürfnis, mich alleine (oder zu zweit) in die eigenen vier Wände zurückzuziehen um meine Preivatsphäre zu genießen. 

Küche / Kochen / Essen:

Gerade in der Gruppe dient Kochen nicht nur zur Vorbereitung der notwendigen Nahrungsaufnahme, sondern wird gemeinsam in der Gruppe zum Erlebnis. Das Kennenlernen neuer Rezepte und Zubereitungsvarianten ist aber nur eine Facette. Das Kochen selbst, das parallele Probieren von Getränken, der persönliche Austausch zu Erlebnissen des Alltags, das Ausklingen lassen beim Espresso, etc. lassen ein gemeinschaftliches Essen fast schon zum Event werden. Viel zu schade, um diese Zeit alleine zu verbringen.
Sollte eine Person einmal ausfallen (z.B. durch Krankheit) und stattdessen in der eigenen Wohnung bleiben müssen, so ist man nicht alleine, sondern der WG-Haus-eigene „Lieferando“ sorgt für das leibliche Wohlergehen (sollte ich mich nicht selbst verpflegen wollen).

Die Küche im Erdgeschoss ist daher sehr großzügig ausgelegt und technisch top ausgestattet, um mehreren Personen gleichzeitig als Betätigungsfeld zu dienen. Als Ergänzung zur Küche dient eine geräumige Speis mit einem ausgeklügelten Lagersystem. 
 

Tipp: 

In der Praxis hat es sich bewährt, dass in Abstimmung mit allen Beteiligten festgelegt wird, wann wer mit Kochen dran ist (oder wer selbst unbedingt kochen will). Das schafft für alle zusätzlichen Freiraum (wann muss ich nicht…). Hilfe beim Zusammenräumen wird aber immer gerne gesehen… 

Einkaufen:

Mit der Zeit wird auch das Einkaufen einfacher organisiert. Die häufiger verwendeten Produkte / Lebensmittel kristallisieren sich rasch heraus, gemeinsame Einkaufslisten machen die Einkaufsfahrt einfacher und auch seltener erforderlich. Es haben sich immer noch zwei männliche Wesen gefunden, die sich beim „schweren“ Einkauf gegenseitig abwechseln. So ist die „Extraportion“ am Teller beim nächsten gemeinschaftlichen Essen schon gesichert.

Tipp: 

Gerade bei Bewohnern eines WG-Hauses macht das Durchstöbern von Handelsketten-Flugblättern Sinn. Bei Aktionen lässt sich mit größeren Einkäufen eine Menge Geld sparen!

Reinigung:

Der große Vorteil beim WG-Haus ist unter anderem auch, dass ich bezüglich Sauberkeit nur für meine eigene kompakte Wohneinheit verantwortlich bin. Je nachdem, wie man es sich in der Gruppe einteilt, kommt man für den allgemeinen Wohnbereich im Erdgeschoss nur einmal im Monat zum Saubermachen an die Reihe. Eine enorme Erleichterung!

Tipp: 

Die enorme Kosteneinsparung beim WG-Haus ermöglicht auch, einen geringen Teil davon für eine externe Reinigung des kompletten WG-Hauses heranzuziehen. Ein enormer Komfortgewinn für wenig Geld!

Post / Pakete / Zustellungen: 

Jede Wohneinheit verfügt über einen eigenen großen Briefkasten. Einige Hersteller haben mittlerweile auch Paketboxen auf den Markt gebracht, wo in Abwesenheit Pakete für die Bewohner hinterlegt werden können. Witterungsunabhängig und sicher.
 

Tipp: 

Ein gemeinschaftlicher WG-Haus-Account bei einem Online-Versandhändler (z.B. Amazon Prime) sichert dann auch kostenlose Zustellung für alle Bewohner. 

Urlaub:

Als WG-Haus-Bewohner kann man getrost auf Urlaub fahren. Egal, für wie lange. Auch Personen mit grünem Daumen wissen ihre Pflanzen bestens versorgt und bei der Post kann nichts versehentlich in Vergessenheit geraten. Die Mitbewohner machen’s möglich.

Tipp: 

Rechtzeitig und vorausschauend die Urlaubsplanung absprechen. Es müssen nicht unbedingt alle WGler gleichzeitig zu Sylvester am Time Square feiern… 

Anlässe / Feiern:

Hier unterscheiden wir zwischen Feiern, die alle WG-Haus-Bewohner gleichzeitig betreffen (z.B. Weihnachten, Jahreswechsel, Ostern, Fest in der Wohnsiedlung, etc.) und individuellen Anlässen (z.B. runder Geburtstag, Einschulung der Enkelin, o.ä.). Gemeinsame Feiern werden übers Jahr eher die Regel sein. Da läuft auch viel über gemeinsames Kochen, Zeit miteinander Verbringen, etc. Das bekommt eine neue Qualität, die man so alleine oder zu zweit in den eigenen vier Wänden nicht erleben kann.

Tipp:
Das gemeinsame "Erlegen" des Weihnachtsbaums fürs WG-Haus am Weihnachtsmarkt, mit Punschständen, kann zu einem unvergesslichen Erlebnis und zur Tradition werden.

Teilen: 

Gerade, wenn man übersiedelt, werden viele der Dinge, die man besitzt, hinterfragt. Besonders jene, die man schon lange nicht mehr benutzt hat. Ohne Zweifel ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich von einzelnen Stücken zu trennen (entsorgen, verschenken, verkaufen). Vielleicht hat man Verschiedenes auch nur deshalb nicht benutzt, weil es alleine keinen Spaß gemacht hat. Gemeinsam Dinge nutzen, mit anderen teilen, das macht vor allem in einem WG-Haus Sinn (z.B. Bücher für eine gemeinsame WG-Haus-Minibibliothek). 
 

Tipp: 

Vielleicht gibt man den Verkaufserlös von nicht mehr benötigten Stücken in eine gemeinsame WG-Haus-Kasse, aus der man dann jene Dinge anschaffen kann, die niemand ins WG-Haus mitgebracht hat, die aber das Zusammenleben noch schöner und abwechslungsreicher machen würden. Z.B. einen neuen Terrassengriller oder gleich eine Outdoorküche? 

Krankheit / Unfall:

Es kann jedem einmal passieren, dass man sich nicht wohlfühlt, krank wird oder sogar das Bett hüten muss. Dazu brauchen wir gar keine Pandemie. Auch ein Missgeschick beim Skifahren oder ein Sturz mit dem Rad kann dazu führen, dass man eine gewisse Zeit lang nur eingeschränkt mobil ist. In einem WG-Haus ist man in so einer Situation nicht alleine. Vom hausinternen „Lieferando“ war schon die Rede, aber auch die eine oder andere notwendig gewordene Besorgung lässt sich leichter organisieren. Und ein persönliches Gespräch in so einer Situation tut jedem gut.


Facility-Manager aka Hausmeister

Jeder WG-Haus-Bewohner hat Fähigkeiten, in denen er besonders gut ist. Eine/r hat einen besonders grünen Daumen, dafür zwei linke Hände, wenn es um’s Nägel einschlagen geht. Eine/r ist ein/e excellente/r Handwerker/in, kann dafür überhaupt nicht kochen. Eine/r werkt am Herd wie ein/e Sternekoch/köchin, kann aber den Streamingdienst am Smartphone nicht aktivieren. Und, und, und…

Tipp: 

Einfach die einzelnen Kräfte bündeln und nach außen hin wie eine Einheit wirken und funktionieren. Gibt’s was Schöneres?